Tipps zum Exzerpieren für die Masterarbeit
Veröffentlicht am . Zuletzt geändert am .
- Die Grundlagen: Was ist ein Exzerpt?
- Der Aufbau: Wie ist ein Exzerpt für die Masterarbeit gegliedert?
- Die Herangehensweise: Wo und wie fängt man an?
- Der Inhalt: Was gehört in ein gutes Exzerpt?
- Exzerpieren für die Masterarbeit: Viel Aufwand, viel Nutzen
- Literatur
Je länger die eigene wissenschaftliche Karriere andauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, früher oder später ein Exzerpt anfertigen zu wollen. Spätestens für die Masterarbeit, beziehungsweise deren Vorbereitung, empfehlen viele Prüfer und Betreuer die Erstellung von Exzerpten. Vielleicht kommt man aber als Studierender auch selbst zu der Erkenntnis, dass bestimmte Quellen nach einer intensiveren Bearbeitung verlangen. Das Exzerpieren wird im Idealfall in Seminaren zum Thema Wissenschaftliches Arbeiten gelehrt und gehört zu den grundlegenden akademischen Arbeitsweisen. Was in ein gutes Exzerpt gehört und welche Regeln zu beachten sind, verrät dieser Ratgeber.
Die Grundlagen: Was ist ein Exzerpt?
Der Begriff Exzerpt lässt sich vom lateinischen „excerptum“ ableiten, was so viel bedeutet wie „herausnehmen“. Üblicherweise versteht man darunter eine Textzusammenfassung, die sich auf vorher festgelegte Fragestellungen konzentriert und die zentralen Gedanken des vorliegenden Texts bezüglicher dieser Fragen aufgreift. Exzerpieren hat also das Ziel, wesentliche Argumente, Thesen und Aussagen festzuhalten, die im Anschluss zur Erstellung der eigenen Arbeit herangezogen werden können. Die intensive Auseinandersetzung mit der Quelle bietet eine gute Grundlage für selbstständige Gedankengänge und führt zu einem tieferen Textverständnis als es beim bloßen stumpfen Zitieren einzelner Passagen der Fall ist. Gerade wenn man nicht zeitlich unbegrenzten Zugang zu einer Quelle hat, wie es beispielweise bei nicht ausleihbaren oder nur kurz verfügbaren Büchern der Fall ist, und die eigentliche Texterstellung erst später erfolgt, kann ein gutes Exzerpt die spätere Arbeit mit der konkreten Quelle ersetzen und so dieses ärgerliche Zeitproblem lösen.
Der Aufbau: Wie ist ein Exzerpt für die Masterarbeit gegliedert?
Ein Exzerpt besteht grob aus zwei elementaren Teilen: dem Exzerptkopf und dem Hauptteil. Im Exzerptkopf wird festgehalten, welcher Text beziehungsweise welche Textteile im Folgenden exzerpiert werden – der Literatur- beziehungsweise Quellennachweise also. Im Hauptteil findet sich dann das eigentliche Exzerpt. Je nach Ausgangslage werden der ganze Text oder nur einzelne Abschnitte oder Kapitel exzerpiert. Manchmal bietet sich auch ein Exzerpt in kompakter Form an, indem man etwa eine Grafik oder Tabelle erstellt. Das ist immer dann der Fall, wenn mehrere kürzere Texte mit leicht überschaubaren Inhalten und Aussagen exzerpiert werden sollen. Auch die Möglichkeit eines Zitat-Exzerpts ist gegeben. In diesem Fall verfasst man zunächst eine kurze Einleitung, die die Intention und das Vorgehen des Autors zusammenfasst. Darauf folgt dann ein Hauptteil, der größtenteils aus Zitaten besteht. Nur Übergänge zwischen den einzelnen Quotationen und nicht so relevante Aussagen werden selbst verfasst.
Die folgenden Tipps beziehen sich auf ein ausführliches paraphrasierendes Exzerpt in Fließtextform, bei dem der gelesene Text zum Großteil in eigenen Worten aufbereitet wird.
Die Herangehensweise: Wo und wie fängt man an?
Um die Herausforderungen des Exzerpierens gut zu meistern, sollte man sich vorab überlegen, was das Ziel des Exzerpts ist. Sobald die Fragestellung klar ist, beginnt man mit der groben Durchsicht des Textes. Inhaltsverzeichnisse sowie Kapitel- und Zwischenüberschriften geben einen guten ersten Überblick über den zu bearbeitenden Text (vgl. Prexel 2016:68). Sie helfen dabei, die relevantesten Textpassagen vorab zu identifizieren und geben die Gliederung des Hauptteils des Exzerpts vor. Es ist empfehlenswert, der vorgegebenen thematischen Reihenfolge der Quelle zu folgen, damit keine wichtigen Inhalte verloren gehen.
Der Inhalt: Was gehört in ein gutes Exzerpt?
Das Herzstück des Exzerpts ist der oben erwähnte Hauptteil. Eine kluge, durchdachte Zusammenfassung und inhaltliche Analyse der wichtigsten Thesen, Gedanken und Argumente macht das Gros des Exzerpts aus. Das A und O ist hierbei der korrekte Umgang mit Zitaten. Jedes direkte und indirekte Zitat ist mit einer entsprechenden Quellenangabe beziehungsweise der Fundstelle zu versehen. Dieses Vorgehen, das für eine Zusammenfassung vielleicht zunächst kleinlich erscheint, ergibt auf den zweiten Blick jedoch Sinn: Wenn sauber und genau zitiert wird, kann das Exzerpt für die Erstellung der eigenen Arbeit genutzt werden – die spätestens dann benötigten Quellenangaben für die genutzten Zitaten können direkt von dort übernommen werden, ohne dass die Originalquelle erneut durchsucht werden muss, was eine enorme Zeitersparnis bedeutet. Wer hier sauber arbeitet, muss später dann auch keine Angst vor einer Plagiatsprüfung haben.
Neben der Auflistung der gelesenen Inhalte kann und sollte ein Exzerpt auch eigene Gedanken beinhalten. Was fällt direkt beim Lesen auf? Was denkt man über dieses oder jenes Argument? Ist alles schlüssig? Es wäre schließlich schade, wenn die guten Einfälle und spontanen Gedanken, die man häufig beim ersten Lesen hat, verloren gehen. Deswegen sollte man sie direkt im Exzerpt festhalten. Dabei ist es natürlich wichtig, die eigene Meinung klar als solche kenntlich zu machen. Es darf keine Verwechslungsgefahr zwischen Aussagen der Quelle und eigenen Aussagen bestehen.
Exzerpieren für die Masterarbeit: Viel Aufwand, viel Nutzen
Es wird deutlich, dass gründliches Exzerpieren viel Arbeit bedeutet. Allein deshalb sollte man sich gut überlegen, welche Quellen diese Form der Bearbeitung nötig haben und wo ein Exzerpt keinen großen Mehrwert bringt. Wenn diese Entscheidung klug getroffen wird, lohnt sich die aufwändige Vorarbeit jedoch enorm. Das Paraphrasieren des Textes hilft, das Maximum aus ihm herauszuholen und das eigene Textverständnis zu überprüfen: Denn was man nicht in eigenen Worten wiedergeben kann, hat man vermutlich auch nicht ganz verstanden. Außerdem lässt sich durch das Umschreiben bereits im Voraus vermeiden, dass die eigene Masterarbeit wie eine Sammlung direkter Zitate wirkt – ein Fakt, den jeder Prüfer begrüßen wird. Es gibt also keinen Grund, vor der Erstellung eines Exzerpts zurückzuschrecken. Wichtig ist vor allem, eines im Hinterkopf zu behalten: Ein Exzerpt ist mehr als eine bloße Zusammenfassung. Es ordnet das Gelesene direkt in einen Kontext ein und bewertet dessen Relevanz für die eigene Arbeit.
In Zeiten von digital zugänglichen Quellen verliert das Exzerpt zwar langsam an Bedeutung – schließlich kann man permanent auf alles zugreifen und wichtige Stellen einfach per Copy&Paste einfügen. Doch die nähere Auseinandersetzung mit Quellen ist ein Gewinn für jede wissenschaftliche Arbeit. Bei Fragen zum Thema Exzerpieren sind Dozenten und Professoren die richtigen Ansprechpartner. Online geben zum Beispiel die Universität Bielefeld oder die Universität Mannheim hilfreiche Tipps und Anregungen.
Literatur
Prexel, Lydia (2016): Mit digitalen Quellen arbeiten: Richtig zitieren aus Datenbanken, E-Books, YouTube und Co, Stuttgart.
Weiterführende Literatur:
Rehborn, Angelika (2015): Brückenkurs Wissenschaftliches Arbeiten: Was Sie vor Vorlesungsbeginn wissen sollten, Stuttgart.
- Was versteht man unter Nominalisierung?
- Bindestrich – Verwendung, Regeln & Beispiele im Überblick
- Umgangssprache in der Masterarbeit – 5 Tipps zur Vermeidung
- 25 verbotene Wörter in Deiner Masterarbeit
- Was macht eine gute Fachübersetzung aus?
- So verwendest Du den Gedankenstrich in der Masterarbeit
- 20 Themen & Ideen für Deine Masterarbeit in Informatik


