Mit perfektem Zeitmanagement die Motivation in der Masterarbeit halten
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- Zeitmanagement in der Masterarbeit – warum?
- Typen: Der Prokrastinierer und der Hektiker
- Tagespläne & Meilensteine für die Masterarbeit festlegen
- Pausen!
- Literatur
Entweder sie wird einem zu lang, oder sie ist viel zu knapp. Zeit bekommt man selten im Idealmaß. Mit einer Deadline im Rücken kann das zum Problem werden. Neben fachlichem und methodischem Wissen ist deshalb auch Zeitmanagement in der Masterarbeit eine erforderliche Kernkompetenz. Wird die zeit nämlich knapp, gerät man unter Stress, hat man zuviel unverplante Zeit vor sich, leidet oft die Motivation darunter. Welchen Herausforderungen man beim Zeitmanagement begegnet und wie die Zeit sich optimal nutzen lässt, verrät die folgende Übersicht.
Zeitmanagement in der Masterarbeit – warum?
„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“ Was der römische Philosoph Seneca schon vor knapp zweitausend Jahren wusste, ist immer noch aktuell. Zum Beispiel, wenn es darum geht, innerhalb von ca. sechs Monaten eine Masterarbeit abzuliefern. Während die einen meinen, die Zeit laufe ihnen davon, zieht sie sich für die anderen unangenehm in die Länge. Fakt ist: Kaum einer nutzt den vorgegebenen Zeitrahmen für die Masterarbeit bestmöglich aus. Viele bekommen ein Motivationsproblem. Herauskommt eine mittelmäßige Note und das ungute Gefühl, es hätte besser laufen können. Bewusstes Zeitmanagement ist deshalb genauso wichtig wie eine schlüssige Gliederung oder methodisches Fachwissen (vgl. Riedenauer 2012: 47). Zu allererst bedeutet das, herauszufinden, welcher Zeitmanagement-Typ man selbst eigentlich ist und was dazu führt, dass man motiviert ist.
Typen: Der Prokrastinierer und der Hektiker
Seit das zwanghafte Aufschieben einen Namen bekommen hat, ist es fast schon wieder en vogue. Dabei führt das Prokrastinieren wichtiger Verpflichtungen wie dem Schreiben einer Abschlussarbeit garantiert ins Desaster. Ganz gleich, ob der Arbeitsumfang unterschätzt oder gefürchtet wird – wer später anfängt, macht es sich unnötig schwer. Zudem kann in zwölf, acht oder gar vier Wochen selbst beim besten Willen keine fundierte Masterarbeit mehr entstehen.
Doch auch, wer vom ersten Tag an werkelt und die Masterarbeit schon vor der Frist abgibt, kann scheitern. Denn Hektik ist ebenfalls kein guter Berater. Permanent den zackigen Zeitplan im Kopf zu haben, verhindert inhaltlichen Tiefgang. Ein Thema wissenschaftlich zu behandeln bedeutet auch, sich darauf einzulassen. Nicht selten weichen Forschungsergebnisse von vorherigen Erwartungen ab, oder stellt sich heraus, dass ein wesentlicher Aspekt zuvor übersehen wurde. Für solche Eventualitäten hat der Hektiker leider keine Zeit. Ein Versäumnis, dass ihn selbst um die Freude an der Wissenschaft und die Motivation und seine Masterarbeit um die Bestnote bringt.
Tagespläne & Meilensteine für die Masterarbeit festlegen
Sowohl der Prokrastinierer als auch der Hektiker sollten sich klarmachen: Zeitmanagement in der Masterarbeit bedeutet in aller erster Linie, sich Zeit zu nehmen. Die sechs Monate, die laut den meisten Prüfungsordnungen für das Verfassen einer Masterarbeit zulässig sind, sollten tatsächlich genutzt werden. Das heißt: Ausgedehnte Urlaube, zeitraubende Umzüge oder exzessive Partywochen müssen warten. Eine Masterarbeit zu schreiben ist quasi ein Vollzeitjob – wenn auch inklusive komplett arbeitsfreier Tage wie beispielsweise am Wochenende (siehe hierzu auch das Infomaterial der Schreibwerkstatt der Universität Stuttgart). Sie sind wichtig, damit man motiviert bleibt.
Hat man sich die Zeit freigeschaufelt, geht es im nächsten Schritt darum, diese sinnvoll einzuteilen. Die beste Methode das zu tun, ist im Vorfeld das Festlegen von Tagesplänen und Meilensteinen. Während Tagespläne den zeitlichen Rahmen der empfohlenen zwei bis drei Arbeitsblöcke eines Tages bestimmen, sind Meilensteine inhaltlicher Art. Sie legen fest, wann man an welchem Punkt der Masterarbeit sein will. Dies ist am sinnvollsten, nachdem man bereits eine grobe Gliederung erarbeitet hat. Die Meilensteine ermöglichen dabei einerseits, den Überblick über die Zeitkapazitäten zu behalten und sich Unruhe zu ersparen. Andererseits sind sie gute Momente, um die bisherige Arbeit zu kontrollieren (siehe hierzu auch die Hinweise des Schreibportals der Universität Leipzig).
Bei der Planung nicht außer Acht gelassen werden sollte, dass auch zeitliche Puffer wichtig sind. Immer kann etwas schiefgehen, länger dauern oder eine Grippe dazwischenkommen. Wer die Zeit von vornherein nicht zu streng taktet, den wirft Außerplanmäßiges nicht aus der Bahn (vgl. Wymann 2015: 126).
Erster Monat: Literaturstudium & Gliederung
Im ersten Monat der Masterarbeit sollte man sich der ausführlichen Lektüre und Literaturrecherche widmen. Auf diese Weise entsteht ein Überblick über Komplexität und Umfang für ein Thema sowie über den bisherigen Stand der Wissenschaft dazu. Dabei ist es durchaus ratsam, für die eigene Fragestellung relevante Textpassagen bereits zu exzerpieren. Parallel dazu sollten erste Skizzen für die Gliederung der Masterarbeit entstehen. Ist das Literaturstudium beendet, ist es schließlich Zeit, eine finale Version der Gliederung zu erstellen. Bevor es dann ans Schreiben gehen kann, sollte diese unbedingt mit dem Betreuer abgestimmt werden. Hierfür rechtzeitig einen Termin zu vereinbaren, erspart verlorene Wartezeit.
Gerade beim Literaturstudium unter Stress passieren schnell Fehler. Texte werden ohne detaillierte Quellenangaben exzerpiert, Zitate irgendwo auf einem Schmierzettel notiert und können nie wieder ordentlich zugeordnet werden. Bei einer solchen Arbeitsweise besteht Plagiatsgefahr. Eine Plagiatsprüfung an der Universität oder Hochschule kann solche Fehler leicht aufdecken und zum Durchfallen führen.
Zweiter bis vierter Monat: Hauptteil
Für den Hauptteil der Arbeit muss der größte Teil der Zeit eingeplant werden. In den ersten eineinhalb Monaten sollten methodische Entscheidungen gefällt und sollte praktische Forschungsarbeit betrieben werden. In den darauffolgenden eineinhalb Monaten stehen die Präsentation und Auswertung der Forschungsergebnisse im Zentrum. Gerade die Arbeit am Hauptteil birgt häufig unvorhersehbare Überraschungen und zeitintensive Wendungen. Kontinuität und Struktur im täglichen Arbeitsablauf erlauben es aber durchaus, ab und an umzudenken ohne den sprichwörtlichen roten Faden zu verlieren.
Fünfter Monat: Schluss
Im fünften Monat sollte man sich an das Schreiben einer Zusammenfassung und an das Fazit machen. Je solider im Hauptteil gearbeitet wurde, desto leichter geht das Verfassen des Schlusses von der Hand. Doch auch für das Ausmerzen letzter Mängel im Hauptteil bleibt bei vier Wochen genug Zeit.
Sechster Monat: Sprachliche Optimierung & Druck
Im letzten Monat dreht sich alles um das Lektorat der Masterarbeit. Ganz gleich, ob man sich von einem Freund oder Fachmann in die Karten sehen lässt – es kostet Zeit. Während Agenturen, die das Gegenlesen wissenschaftlicher Texte anbieten, spontan und schnell Feedback geben, sind Freunde häufig weniger flexibel. Dennoch gilt: Hauptsache, es findet überhaupt ein sprachliche Verbesserung statt. Denn erst, wenn die Masterarbeit von Tippfehlern und Schachtelsätzen, Floskeln und Füllwörtern befreit ist, kann sie in den Druck gehen. Und auch das Drucken und Binden kann unter Umständen ein paar Tage dauern.
Pausen!
Zeitmanagement in der Masterarbeit bedeutet auch, zu wissen, wann Schluss ist. Wer vor lauter Arbeit vergisst, regelmäßig Pausen und Pausentage einzulegen, tut sich und seinem Abschluss keinen Gefallen. Denn selbst für den schlausten Kopf ist Durchzug ab und an unverzichtbar (vgl. Seiwert 2009: 116). Wenn man nur dem nächsten Meilenstein entgegenhechelt, kann es sein, dass man die Motivation verliert.
Das gleiche gilt für Bewegung. Gerade im Endspurtstress wird das gern unterschätzt. Das heißt natürlich nicht, das man mehr Zeit in der Uni-Cafeteria als in der Bibliothek verbringen sollte. Und auch der Besuch sozialer Netzwerke zählt nicht als Arbeit. Um den Überblick über das eigene Arbeits-Pausen-Verhältnis zu bekommen, lohnt sich der Stoppuhrtest (siehe hierzu einen Artikel der Süddeutschen Zeitung). Obwohl auch der persönliche Biorhythmus berücksichtigt werden sollte, ist eine tägliche Netto-Arbeitszeit von sechs bis acht Stunden am Tag erstrebenswert. Unterbrochen von regelmäßigen 15-Minuten-Pausen und einer längeren 60-Minuten-Pause, ist so ein fitter Geist garantiert.
Zeitmanagement in der Masterarbeit ist unterschätzt und viele wissen nicht, wieviel es mit der Motivation zu tun hat. Dabei gibt es kein inhaltliches oder formales Problem, das nicht mit ausreichend Zeit und Motivation lösbar wäre. Deshalb gilt es, den von der Universität oder Hochschule zur Verfügung gestellten Zeitrahmen für die Masterarbeit voll und ganz zu nutzen. Das Festlegen strukturierter Tagespläne und inhaltlicher Meilensteine hilft, ruhig und konzentriert dem Ziel näher zu kommen. Dabei sind Puffer für Unvorhergesehenes ebenso unverzichtbar wie regelmäßige Pausen und Pausentage. Wem es gelingt, die Zeit als Motivator und Möglichkeit zu betrachten, der kommt der Bestnote ein bedeutendes Stück näher.
Literatur
Riedenauer, Markus (2012): Zeitmanagement und Selbstorganisation in der Wissenschaft, Wien.
Seiwert, Lothar (2009): Noch mehr Zeit für das Wesentliche. Zeitmanagement neu entdecken, München.
Wymann, Christian (2015): Der Schreibzeitplan. Zeitmanagement für Schreibende, Stuttgart.
Weiterführende Literatur:
Balzert, Helmut/ Schröder, Marion/ Schäfer, Christian (2017): Wissenschaftliches Arbeiten: Ethik, Inhalt & Form wiss. Arbeiten, Handwerkszeug, Quellen, Projektmanagement, Präsentation, 2. Aufl. Heidelberg.
Krengel, Martin (2013): Golden Rules: Erfolgreich Lernen und Arbeiten. Alles was du brauchst: Selbstvertrauen, Motivation, Zeitmanagement, Konzentration & Organisation, EasyBookz.
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