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Lektorat Masterarbeit > Tipps > Wissenschaftliche Methoden > Peer-Review leicht erklärt: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Peer-Review leicht erklärt: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Veröffentlicht am 17. Oktober 2024. Zuletzt geändert am 13. November 2024.
Peer-Review – Erklärung & Anleitung

Durch das Peer-Review-Verfahren möchte man in der Wissenschaft für fundierte Informationen sorgen. Vor einer Veröffentlichung in einer Fachzeitung checken unabhängige Prüfer:innen daher, ob eine wissenschaftliche Arbeit qualitativ hochwertig sowie relevant ist. Wir erklären Dir, welche Schritte dazu nötig sind und sind zudem für das Lektorat der Masterarbeit zur Stelle.

Inhalt
  • Was ist eine Peer-Review und wieso ist sie wichtig?
  • Peer-Review im Überblick
  • Peer-Review-Verfahren: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
  • 3 Tipps für die Umsetzung
  • FAQs zum Peer-Review-Verfahren

Was ist eine Peer-Review und wieso ist sie wichtig?

Mit dem Begriff Peer-Review ist das Sichten eines Manuskripts durch gleichrangige Prüfer:innen gemeint. Bei diesen Manuskripten handelt es sich häufig um wissenschaftliche Texte, die in Fachzeitschriften veröffentlicht werden sollen. Bevor es dazu kommen kann, veranlassen viele Verläger:innen jedoch ein Peer-Review-Verfahren. Auf diese Weise möchte man sichergehen, dass alle Kriterien des korrekten wissenschaftlichen Arbeitens eingehalten werden. Die Forschungsarbeit wird dabei etwa auf ihre Richtigkeit, Verständlichkeit, Relevanz und Reproduzierbarkeit geprüft. Entspricht alles den Anforderungen der unabhängigen Expertinnen und Experten, kann das Manuskript veröffentlicht werden.

Peer-Review im Überblick

Für das Peer-Review-Verfahren gibt es einen festgelegten Ablauf. Dieser endet entweder mit der Veröffentlichung oder der Ablehnung eines Manuskripts. Die einzelnen Stufen dieses Prozesses siehst Du hier:

Desk-Review

Sobald das Manuskript bei einer Fachzeitschrift eingereicht wurde, erfolgt eine sogenannte Vorprüfung bzw. Desk-Review. Hierbei prüfen die Herausgebenden, ob das Thema der Arbeit sowie die Formatierung zur Zeitschrift passen. Ist dies der Fall, werden geeignete Gutachter:innen ausgewählt. Entspricht das Manuskript nicht den Anforderungen, wird es hingegen abgelehnt.

Prüfung durch die Gutachter:innen

Während der eigentlichen Peer-Review nehmen die Prüfer:innen das Manuskript genau unter die Lupe. Dazu werden Gutachter:innen ausgewählt, die aus demselben Fachbereich wie die Verfasser:innen stammen. Bei der Durchsicht der Arbeiten achten sie beispielsweise auf Kriterien wie eine passende und korrekte Methodik, die wissenschaftliche Relevanz sowie die Analyse und Interpretation der Ergebnisse. Anschließend geben sie ein Feedback und teilen Überarbeitungsvorschläge mit.

Entschluss

Die Herausgeber:innen erhalten eine Einschätzung der Peer-Reviewer:innen darüber, ob der Text veröffentlicht, überarbeitet oder gänzlich abgelehnt werden sollte. Auf dieser Grundlage treffen die Herausgeber:innen letztlich eine Entscheidung. Ist eine Überarbeitung nötig, haben die Verfasser:innen erneut die Chance auf eine Veröffentlichung.

Arten von Verfahren

Es gibt nicht nur ein Peer-Review-Verfahren. Stattdessen haben sich unterschiedliche Formen etabliert, wobei jede Zeitschrift selbst entscheiden kann, wie sie den Prozess umsetzt. Im Folgenden sind die verschiedenen Arten aufgelistet:

  • Post-Publication:
    Hierbei handelt es sich nicht um eine klassische Variante der Peer-Review. Denn es erfolgt keine Prüfung vor der Veröffentlichung. Die Leser:innen haben stattdessen die Möglichkeit, die Inhalte über Kommentare zu beurteilen.
  • Single-Blind:
    Bei dieser Art der Peer-Review kennen die Verfassenden die Identität der Gutachter:innen nicht. Die Reviewer:innen hingegen kennen die Namen der Verfassenden.
  • Double-Blind:
    In diesem Fall wissen weder die Verfassenden noch die Begutachtenden, wer die jeweils anderen sind. 
  • Triple-Blind:
    Bei der Triple-Blind-Review wissen nicht einmal die beteiligten Herausgebenden, wer das Manuskript eingereicht hat. Wie beim Double-Blind-Verfahren kennen zudem die Verfasser:innen und die Gutachter:innen ihre jeweiligen Identitäten nicht.
Peer-Review-Verfahren: Relevanz für die Wissenschaft
Abb. 1: Das Peer-Review-Verfahren hilft bei der Qualitätssicherung

Peer-Review-Verfahren: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Im Verlauf Deines Studiums kann es passieren, dass Du selbst eine Peer-Review schreiben musst. Damit Du genau weißt, wie Du hierbei vorgehen solltest, gehen wir die einzelnen Schritte einmal durch:

1. Verschaffe Dir einen ersten Überblick über das Manuskript. Anschließend kannst Du Dir Notizen zu den Schwächen oder Stärken machen, die Dir direkt auffallen. 

2. Prüfe als Nächstes eingehender, ob die Forschungsfrage präzise formuliert und das Thema relevant ist. 

3. Überprüfe außerdem, ob die passende Methode gewählt wurde. Ist auch die Umsetzung korrekt sowie reproduzierbar?

4. Wirf einen Blick auf die Ergebnisse. Wie wurden die statistischen Ergebnisse formuliert? Sind Denkfehler bei der Datenanalyse gemacht worden?

5. Welche Schlüsse hat man aus den Ergebnissen gezogen? Ist die Interpretation logisch und hat man nachvollziehbar argumentiert?

6. Auch die Zitation ist ein wichtiger Aspekt. Prüfe daher, ob richtig zitiert wurde und genügend Quellen verwendet wurden.

7. Insbesondere bei der Arbeit mit Probandinnen und Probanden sowie Tieren müssen ethische Richtlinien eingehalten werden. Ist dies hier der Fall gewesen?

8. Die Verständlichkeit des Manuskripts ist ein weiteres Bewertungskriterium. Betrachte zudem die Struktur und inwieweit sie zur Lesbarkeit beiträgt. 

9. Auf dieser Grundlage kannst Du nun Dein Gutachten formulieren. Gibt es bei einzelnen Elementen noch Verbesserungsbedarf oder würdest Du die Arbeit ohne Überarbeitung veröffentlichen lassen?

3 Tipps für die Umsetzung

Bevor Du mit Deinem ersten Gutachten beginnen kannst, haben wir noch drei Tipps für Dich. Damit sollte bei der Umsetzung nichts mehr schiefgehen können:

1. Achte darauf, eine objektive und genaue Beurteilung abzugeben. Deine eigene Meinung dem Thema gegenüber sollte dabei keine Rolle spielen.

2. Denk daran, ein konstruktives Feedback zu geben. Integriere Dinge, die positiv gelaufen sind, und gib für alles andere konkrete Verbesserungsvorschläge.

3. Sei bei Deiner Beurteilung des Papers zwar genau, aber halte Dich auch nicht zu sehr an Kleinigkeiten auf. Denn für das Gutachten gibt es immer eine Deadline, die eingehalten werden sollte.

Eine Peer-Review dient in der Wissenschaftswelt als Verfahren zur Qualitätssicherung. Auf diese Weise lassen sich relevante und fundierte Erkenntnisse veröffentlichen. Wie genau dieser Prozess abläuft, weißt Du nun. Bei wissenschaftlichen Papern musst Du übrigens ebenso genau auf die Quellenarbeit achten wie bei einer Abschlussarbeit. Daher ist vor der Einreichung eine Plagiatsprüfung ratsam.

FAQs zum Peer-Review-Verfahren

Wie schreibe ich eine Peer-Review?

Dazu solltest Du Dir zunächst einen Überblick über den Text verschaffen und die wichtigsten Kernelemente notieren. Anschließend prüfst Du die einzelnen Bestandteile der wissenschaftlichen Arbeit genauer. Ist alles schlüssig und verständlich formuliert? Ist das Thema relevant? Auch der Aufbau der Arbeit sollte in Deine Bewertung einfließen.

Wann ist ein Artikel peer-reviewed?

Dazu müssen unabhängige Fachpersonen den Artikel geprüft haben. Wie es auch die Universität Hamburg beschreibt, ist dies auch für Deine Abschlussarbeit von Bedeutung. Denn bei einem zuvor bewerteten Artikel kannst Du von einer hohen Qualität der Informationen ausgehen.

Was ist die Kritik am Peer-Review-Verfahren?

Zu den Kritikpunkten gehört unter anderem, dass die Gutachter:innen voreingenommen sein könnten, wenn sie den Namen der Verfasser:innen erfahren. Zudem ist der Prozess relativ zeitaufwendig, was zu einer Verzögerung bei der Veröffentlichung führt.

Wie weiß ich, ob ein Artikel peer-reviewed ist?

Dazu kannst Du auf der Seite der jeweiligen Fachzeitschrift prüfen, ob Artikel dieses Verfahren vor der Veröffentlichung durchlaufen müssen oder nicht. Suchst Du online nach Artikeln, kannst Du überdies die Filterfunktion der wissenschaftlichen Datenbanken nutzen.

Warum sind Peer-Reviews wichtig?

Sie tragen dazu bei, die Qualität wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu gewährleisten. Denn sollten Fehler bei der Forschung oder Unklarheiten im Text aufgetreten sein, können diese vor der Veröffentlichung verbessert werden.

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Autor:
Daniela Feinhals
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